Da wackelt die Fruchthalle….

 

Die Stadtgarde brachte mit ihrer diesjährigen Galasitzung die Zuschauer zum Feiern und die Fruchthalle zum Mitschunkeln. Dabei ging es vor ausverkauftem Hause mit Höhepunkten quer durch das karnevalistische Repertoire.

Bereits zur Begrüßung wurden die Besucher der Galasitzung mit schwungvollen Klängen der Trifels Herolde im Treppenhaus auf das kommende eingestimmt… fünfeinhalb Stunden Lauterer Fastnacht höchster Qualität. Dies zeigte sich bereits beim Einmarsch auf die Bühne, wo sich dann sowohl die Gardisten der Stadtgarde Kaiserslautern als auch die „blauen Recken“ der Augusta Treverorum mit einem militärischen Appell zackig präsentierten.

Auf Zack waren dann auch die Tanzmariechen der Stadtgarde als sie anschließend mit ihrer aktuellen gemeinsamen Choreographie über die Bühne wirbelten. Jasmin Linn, Lea Müller und Aileen Diller ernteten mit ihrer Leistung die erste Rakete des Abends. Sich direkt ins Herz der Zuschauer getanzt, hatten sich dann auch die beiden Jüngsten der Tanzmariechen Julia und Sarah Marioneck, welche die tänzerische Zukunft bereits heute erfolgreich sichern. Ebenfalls tänzerische Hochleistung zeigten die Garden der Grün-Weißen Funken aus Ramstein und die Rot-Weißen Funken des KC Rot-Weiß im Verlauf des Abends.

Tänzerische Leistung der Extraklasse bot das Tanzkorp der Augusta Teverorum. Dabei wurde nicht nur die gesamte Bühne der Fruchthalle gebraucht sondern auch der Luftraum darüber für die akrobatischen Hebe- und Flugfiguren der Tanzpaare des Korps.

Einen bunten Ausflug in die Schlagerwelt der letzten Jahrzehnte boten die „Draumdänzer“ der Stadtgarde mit ihrem aktuellen Tanz und einem Potpourri von „Jasmin Mai“ (Jasmin Linn) über „Lea Fischer“ (Lea Müller) bis zu „Esther Kelly und Markus Kaiser“ (Esther Marioneck und Markus Linn). Zurück in die 50er Jahre ging es dann zu Klängen aus „Grease“ mit dem Männerballet des KVK.

Aber auch die „Büttenstars“ kamen nicht zu kurz. Eingeweihte hatten bereits eine Idee, als plötzlich eine große Mülltonne auf der Bühne landete, die anscheinend ein recht lebendiges Innenleben hatte. Stadtgardist Heiner Gies verwandelte diese dann im Handumdrehen in seine „persönliche Bütt“, aus der er als „Müllmann“ seine karnevalistischen Pfeile verschoss. Eine „Pfälzer Repräsentantin“ der besonderen Art erlebte das Publikum, als Conny Nicklas vom Kegelclub Bahnheim auf die Bühne stürmte. Die Lachmuskeln des Publikums fest im Griff hatte dann wieder Gert Kannegieser mit seinem Vortrag. Die politische Rede der feinsten Art bot dann in gewohnter Manier Andreas  Franz von den Ramsteiner Bruchkatzen als Hofnarr. Seine goldene Kugel bekam dann die überraschte Susanne Wimmer-Leonhardt, die auch als Vizepräsidentin des rheinland-pfälzischen Rechnungshofs der Stadtgarde verbunden bleibt. Hochkarätig war die sonstige politische Prominenz im Publikum. So hatte es sich auch die neue Bürgermeisterin, Beate Kimmel nicht nehmen lassen und war nach dem Besuch der Saisoneröffnung und des Regimentsappells auch zur Galasitzung gekommen und feierte fröhlich bis zum Schluss mit. Mit dabei waren auch die beiden Landtagsabgeordneten Andreas Rahm und Thomas Wansch sowie zahlreiche Mitglieder des Stadtrates.

Dass „Lauterer Fastnacht great again“ ist, wurde schnell klar als Sitzungskommandant Julius Messemer hohen Besuch aus dem benachbarten Ramstein vermeldete, der dieses Mal nicht nur auf dem „Durchflug“ sei. Nach seinem durchschlagenden Erfolg beim Regimentsappell als Donald Trump ließ es sich Andreas Rahm auch bei der Gala nicht nehmen, als „Trumpeltier" gemeinsam mit seiner „Lady Liberty“ (Petra Rödler) seine Weisheiten an die „Dear Attscher“ zu verkünden, „to make Lauterer Fastnacht great again“.  Politische Hinweise wie mit den Bau einer „Wall near Hombursch“ saarländische Immigranten von der „pretty Pfalz“ fernzuhalten wurden denn auch mit lautem Gejohle zur Kenntnis genommen. Doch neben aussagekräftigem Augenrollen bis hin zum verzweifelten Augenaufschlag kommentierte seine Miss Liberty die Aussagen mit schlagfertigen Kommentaren zur Freude der Zuschauer.

Auch musikalisch hatte die Gala einiges zu bieten. Mit Frack, Zylinder und Stock kamen dann die Hofkater aus Ramstein auf die Bühne und brannten ihr musikalisches Feuerwerk ab. Routiniert zeigte sich auch Michael Fischer mit seinem karnevalistischen Programm und einem abschließenden Duett mit Birgit Wütscher-Zygadlo. Europäisches Kontrastprogramm gab es dann als die Clan Pipers aus Gangloff mit ihren Dudelsäcken einmarschierten.

Spitzenreiter in musikalischer Hinsicht waren jedoch das Aushängeschild der Stadtgarde, die Humbabuwe. Kaum auf der Bühne hatten sie ihr Publikum mit ihren Liedern fest im Griff und es wurde geklatscht und geschunkelt, was das Zeug hielt. Natürlich durften sie die Bühne dann auch nicht ohne den „Bobfahrer“ verlassen, bei dem sich die Fruchthalle samt Zuschauer fleißig in Links- und Rechtskurven legten ehe sie erfolgreich am Ziel ankamen.

Ein tänzerisches Highlight erwartete das Publikum dann noch zu später Stunde, als exotische Tiere die Fruchthalle in eine afrikanische Savanne verwandelten und die Tänzerinnen der „Dancing Queens“ aus Pirmasens ihr Feuerwerk zündeten ehe das bunte Finale zusammen mit den Huddelschnuddlern aus Ludwigshafen die Galasitzung beendete.

Für die hartgesottenen Fastnachter ging es dann jedoch noch weiter, da die Besucher im Anschluss noch selbst das Tanzbein schwingen konnten. Nachdem Julius Messemer als Sitzungskommandant bereits routiniert durch den Abend geführt hatte, ließ er es sich im Anschluss nicht nehmen die Tänzerinnen und Tänzer gemeinsam mit Bob Mency, Svenja Merker und Tanja Frey mit Musik und Gesang zum Tanz einzuladen.

Freitag, März 1, 2019 - 12:30