Da wackelt die Fruchthalle…

Stadtgarde zündet an Faschingssamstag einen närrischen Marathon

Ein buntes närrisches Volk war am Faschingssamstag dem Ruf der Stadtgarde zur großen  Prunksitzung in die Fruchthalle gefolgt. Sie erwartete ein sechsstündiges Feuerwerk an närrischen Höhepunkten – durch das Programm geführt von Zahlmeister und Sitzungskommandant Julius Messemer.

Stadtgarde besucht Kaiserpfalz

Nachdem die Stadtgarde Anfang des Jahres vom Förderkreis Kaiserpfalz Kaiserslautern e.V. als „Ehrengarde der Kaiserpfalz Kaiserslautern“ ausgezeichnet wurde, besuchte nun eine Gruppe der Stadtgarde diese nun unter der fachkundigen Führung von Petra Rödler.

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Stadtgarde Kaiserslautern 2006 RSS abonnieren

Historie der Stadtsoldaten Kaiserslautern

 

 

Dass es schon im 17.Jahrhundert unter der Herrschaft der beliebten Maria Eleonore Fürstin von Lautern und Simmern in Lautern Stadtsoldaten gab, ist historisch belegt. Anno Domini 12. Juli 1662 erließ sie ein Edikt. Auf dieses werden die Rotten, von denen es neun zu je 13 Mann gab, verringert auf je zehn Mann.

Die historischen Wurzeln, auf die sich die Stadtsoldaten KL heute stützen, beziehen sich auf die Franzosenzeit, aus denen auch ihre Uniformen stammen. Nun wird wohl jeder denken, der ein klein bisschen in der Historie bewandert ist, dass da wohl etwas nicht stimmen kann. Denn die Franzosen hatten doch wohl blaue Uniformen. Nun, ja und nein.

Wie es dazu kam, werdet ihr hören und wir müssen hierzu etwas weiter ausholen.

Lautern war ein strategischer Stützpunkt und zu jener Zeit wurden hier einige Schlachten geschlagen wie z. B. die Schlacht bei Morlautern vom 28. bis 30. November 1793.
Aber was hat das mit der Stadtgarde und ihren Uniformen zu tun? Nun, die unter Blücher gewonnene Schlacht der Preußen hatte zur Folge, dass sich die französischen Truppen allein durch den Gedanken, er könne auch bei dieser Schlacht eingreifen, zum Rückzug gezwungen sahen. Und nachdem es seit jeher üblich war, dass auf (ehemaligen) Schlachtfeldern geplündert wurde, gelangten damals viele verschiedene Uniformen und Uniformteile nach Lautern. Dies sollte sich aber noch weiter steigern.
Am 1. Dezember 1793 feierten die Preußen ihren Sieg und verließen Kaiserslautern bereits wieder an Silvester. Schon am 01. Januar 1794 erschienen die Franzosen wieder. Im Laufe des Jahres gab es einige weitere Scharmützel mit den Preußen. Für wenige Tage, vom 23. Mai bis 05. Juni 1794 waren jedoch keine Franzosen in der Stadt. Die Bürger hatten die vom Feind zurückgelassenen Marketenderwagen geplündert, mussten aber alles zugunsten “gänzlich Ruinierter“ wieder abliefern. So häuften sich die Uniformen und Uniformteile. Nach dem Frieden von Basel zwischen Frankreich und Preußen am 5. April 1795, zogen die Österreicher mit 16 Bataillonen Infanterie und 30 Eskadronen Kavallerie in die Stadt. Nun erscheinen auch rote Uniformen in Kaiserslautern. Aber auch die Österreicher blieben nicht lange und mussten schon im Mai 1796 wieder abziehen. Somit blieb auch hier ein Teil an Uniformen und Uniformteilen zurück.

Nun kam das folgenschwere Jahr 1804. Napoleons Krönung und das eigentliche Gründungsdatum der Stadtgarde. Da es in dem hiesigen Arrondissement keine Nationalgarde gab, die zur Krönungsfeierlichkeiten abkommandiert werden konnte, ordnete man hierzu als Delegation drei Mann „von schönem Wuchs und gutem Aussehen“
ab. Die Frage war nun, woher man die Uniform nehmen sollte. So wurde in allen Haushalten gesammelt. Da von den verschiedenen Schlachten noch genügend Uniformteile übrig geblieben waren, war diese schnell zusammengestellt. Weiße Hose und Reiterstiefel. Ein Problem hatte man jedoch, da man feststellen musste, dass die französischen Röcke, die man noch auftreiben konnte, nicht geeignet waren. Sei es aufgrund von Löchern oder Blutflecken, die durch die Schlachten und Scharmützel entstanden waren. Nun fand man aber einige der von den Österreichern zurückgelassenen Röcke und die waren noch gut in Schuss. So entschloss man sich die “Roten Röcke“ und Westen überzustreifen und so zur Krönungsfeier nach Paris zu eilen. Damit waren die Uniformen der Stadtsoldaten von Kaiserslautern geboren.

Natürlich fielen die Uniformen in Paris sofort auf, sogar dem Kaiser. Schon im selben Jahr reiste Napoleon und Josefine nach Lautern, wo er im Hause Karcher gegenüber der Stiftskirche logierte und sich von den Stadtsoldaten bewachen lies. Es scheint ihm in Kaiserslautern gut gefallen zu haben und auch die Stadtgarde muss es ihm angetan haben, den er weilte noch öfter in der Stadt. So im August 1806, Juli 1807 und im Herbst 1809. Nicht historisch genau belegbar soll der Ausspruch Napoleons über die Stadtsoldaten von Kaiserslautern sein, in welchem er sie als die Kanoniere der „Eleonore von Lautern und Simmern“ nannte, als Hommage an eine beliebte Fürstin des Volkes.

In diesem Sinne lässt die Stadtgarde 2006 e. V. diese Tradition heute wieder auferstehen.